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Gemeinde

Ortsgemeinde Willroth
Tannenstraße 17
56594 Willroth

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Richard Schmitt (Anschrift wie oben)

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Kai-Uwe Becker - Raiffeisenstr.5 - 56594 Willroth
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Aus: "Rund um die Heimat - Gedichte" von Gisela Huhn

Aus der Höhe grüßt weithin in Tal
der Förderturm aus Eisen und Stahl.
Der Wanderer sieht im Vorübergehn,
wie sich knarrend die Räder im Winde drehn.

Die Alten stehen sinnend davor,
haben längst verklungene Töne im Ohr.
Ihre Lippen flüstern die Worte "Glück auf",
doch niemand gibt eine Antwort darauf.

Da gleitet kein Seil mehr auf und ab,
verschlossen der Schacht, still wie ein Grab.
Wo die Väter sich dem Bergbau verschrieben,
ist nur der eiserne Turm geblieben.

Langsam zerstört ihn der Rost und die Zeit,
man fragt sich bang, wann ist es so weit,
daß er nicht mehr dort auf der Höhe steht
und so ein Stück Heimat verloren geht.

Kehrt jemand dann aus der Fremde nach Haus,
und schaut er nach dem Förderturm aus,
dann wird er uns fragen, die Jungen die Alten:
Warum habt ihr ihn nicht der Nachwelt erhalten?

Mit freundlicher Genehmigung von Gisela Huhn, Güllesheim.

 

1160- 1240 Nachgewiesener mittelalterlicher Tagebau (Pingenbetrieb) und Verhüttung in Rennöfen auf dem „Willrother Berg“ (südliches Gangvorkommen des „Horhauser Eisenerz-Gangzuges“ im „Wieder Bezirk“ des „Siegerländer Eisenerz-Reviers“)
1338-1664: Bergbau unter den Grafen von Isenburg (kurtrierische Lehensnehmer) Einführung der kurtrierischen Bergordnung
ab 1664 Eigenlöhnertätigkeit; Erzlieferung u.A. an Gewerken Remy (Rasselstein) und die „Neue Hütte“ (Pleckhausen)
1769/70 Bau der Sayner Hütte durch Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Trier; Beginn des Erztransportes mit Viehfuhrwerk von den Horhauser Gruben nach Sayn
1771 Übernahme des gesamten Eisenerzbergbaus auf dem Horhauser Gangzug durch Kurtrier in der „Herrschaft Horhausen-Peterslahr“
1776/78: Grenzverhandlungen und -markierungen im Bereich des Willrother Berges zwischen der Grafschaft Wied und Kurtrier (vor allem wegen des Eisenerzvorkommens)
1803-1815 Fortsetzung des Bergbaus unter Nassau-Weilburg;Namensgebung: Grube Georg
1811 Ansatz des „Tiefen St. Georgstollens“ in der „Komp“
1815 Übernahme des Bergbaus auf dem Horhauser Gangzug durch Preußen
1833 Herausgabe des „Reglements für das Eisenerzfuhrwesen von den Horhäuser Gruben zur Sayner Hütte“ durch das Oberbergamt Bonn
1834 Abteufen eines Haspelschachtes auf den Tiefen St. Georg-Stollen (73 m Teufe)
um 1840 Errichtung des „Pulverhäuschens“ im Wald beim Tiefen Georgstollen zur sicheren Aufbewahrung des Schwarzpulver-Sprengstoffes (Lieferant: Hammer Pulvermühle): Ausbau der „Steinstraße“ vom Tiefen Georg-Stollen zur Willrother Höhe
1865 Erwerb der Horhauser Gruben durch die Firma F. Krupp (Essen)
1867 1. Maschinenschacht zur Personen- und Lastenförderung; 20 PS-Dampfmaschine
1894 Zukauf des wiedischen Grubenfeldes „Girmscheid“ durch die Firma Krupp und Verbund der Gruben „Georg“ und „Girmscheid“
1898/99 Bau der „Drahtluftseilbahn“ von Grube Georg zur Grube Louise und Anschluss des Erztransportes mit der „Kruppschen Bahn“ zur Staatsbahn in Seifen
1906 Errichtung einer Kompressoranlage zum Maschinenbohren
1907 Einführung des Karbidgeleuchtes an Stelle des „Siegerländer Frosches“
1925 Elektrifizierung der Grube Georg
1926 Verkauf der Grube Georg an die „Sieg-Lahn-Bergbaugesellschaft mbH"
1928/30 Modernisierungs- und Vorrichtungsarbeiten: Aufschlussarbeiten, neue Tagesanlagen, Einführung der elektrischen Förderung
1930 Stilllegung der Seilbahn; Erztransport mit LKW zum Bahnhof Oberlahr
März 1945 Versuch der Sprengung des Förderturms beim Rückzug des dt. Militärs; Absaufen der Grube
Sommer 1945 Wiederherrichtung des Förderturms und der Stromversorgung der Grube und Wiederaufnahme des Pumpbetriebes
Herbst 1945 Wiederbeginn des Erzabbaus und der Förderung; Erztransport zum Bahnhof Dierdorf mit LKW
1950 Untersuchungsarbeiten zum Aufschluss neuer Erzmittel durch die „Siegerländer Erzbergbau AG“
1952/54 Abteufen von Schacht II; Errichten des 2. Förderturmes (56 m Höhe) mit Mitteln des „Marshall-Planes“; Bau neuer Hochleistungsröstöfen und einer elektromagnetischen Röstgut-Aufbereitungsanlage
31.3.1965 Letzte Schicht auf Grube Georg;Stilllegung (bedingt durch mangelnde Konkurrenzfähigkeit auf dem Eisenerz-Weltmarkt)
1994/95 Renovierung des Förderturms von Schacht II (seit 1988 Industriedenkmal)

Zeitleiste

 

Es ist die Brüchigkeit der Devonschichten, die vor 350 bis 400 Millionen Jahren unsere Landschaft gestalteten, zu verdanken, dass das Eisenerz tief aus dem Erdinneren an vielen Stellen zutage treten konnte. Entstanden ist es durch untermeerische, metallhaltige heiße Lösungen. Wo dies in unerer Heimat geschah, reihten sich auf dem von den Geologen so benannten "Horhausener Gangzug" die Eisenerzgruben Silberwiese, Harzberg, Lammerichskaule, Nöchelchen, Friedrich-Wilhelm, Georg und Girmscheid auf.

Wann mit dem Schürfen nach Eisenerz in der Gemarkung Willroth begonnen wurde, lässt sich nicht datieren. Schürflöcher und Pingenzüge in unseren Wäldern lassen auf eine alte Bergbautradition schließen.

Als Filialort gehörte das Bergmannsdorf Willroth zur alten Trierer Pfarrei Horhausen. Schon im 13. Jahrhundert übten die Bischöfe von Trier ihre landeshoheitlichen Rechte hier aus. Von 1338 an wurden die Isenburger Grafen mit dem Horhauser Gebiet belehnt.
Das in dieser Zeit nur im Tagebau geschürfte Eisenerz wurde in kleinen Verhüttungsanlagen der Umgebung verwertet.

Nach dem Aussterben der Isenburger 1664 erhoben zunächst die Grafen von Wied Erbansprüche auf den im Boden ruhenden Erzreichtum. Erst 1771 gelang es Trier, durch Kauf seine alten Bergrechte wiederzuerlangen. Seitdem wurde mit größerer Intensität nach trierischem Bergrecht von Eigenlöhnern Abbau im Pingenbetrieb vorgenommen.

Alles gewonne Erz wurde fortan auf der 1669 in Bendorf-Sayn im Auftrag des Trierer Bischofs errichteten Concordia-Hütte verwertet. Abnehmer waren vorher die "Alte Hütte" in Borscheid, die "Honnerfelder Hütte", die "Quinter Hütte" und der "Rasselstein".
Durch den notwendigen Erztransport entstand das Gewerbe des Eisenerz-Fuhrmannes.

Wie begehrt das Erzreichtum war, zeigt eine genaue Grenzregulierung aus dem Jahre 1788 zwischen dem Kurfürstentum von Trier im Bereich der Gemarkung von Gierend und Willroth.

Der von Napoleon herbeigeführte Reichsdeputationshauptschluß ließ unser Gebiet 1803 an die Grafen von Nassau-Weilburg kommen. Sie beabsichtigten einen intensiven Abbau und veranlaßten ab 1811 den Vortrieb des "Tiefen Georgstollens" von der "Komp" aus.
Nur wenige Jahre später wurde, nachdem 1815 der König von Preußen oberster Bergherr in unserer Heimat geworden war, mit dem Abteufen eines Schachtes auf dem Willrother Berg begonnen, da unterdessen der Reichtum der Erzlagerstätte erkannt worden war. Erstmals konnte 1834 der Haspelbetrieb aus diesem Schacht gefördert werden, der in 73m Teufe auf den Georgstollen stieß.
Zwei Jahre später wurde das Zechenhaus in der Komp errichtet.
1838 erhielt die "Grube Georg", wie nun die gesamte Anlage genannt wurde, unweit des Georg-Stollenmundes eine Grubenschmiede und kurz darauf in gebührendem Sicherheitsabstand ein eigenes "Pulverhäuschen", in dem Sprengstoff aus den Hammer Pulvermühlen gelagert wurde.

1865 kaufte Alfred Krupp die Horhausener Eisenerzgruben zusammen mit der Sayner Hütte für 1/2 Million Thaler. Nun erst begann die eigentliche technische Entwicklung im Willrother Bergbau:

Die Pingenausbeute wurde völlig eingestellt. Eine 20 PS Fördermaschine mit Dampfkesselbetrieb erleichterte ab 1869 die menschliche Arbeitskraft bei der Förderung und der Wasserhaltung.
Ein Jahr zuvor war mit dem Abteufen des Wetterschachtes begonnen worden. Ab 1894 konnte Krupp die Förderzahlen in Willroth durch den Zukauf der Zeche Girmscheid, die schon einige Jahre zuvor mit Georg im Verbund gestanden hatte, erheblich steigern. 1895 ließ Krupp den ersten eisernen Förderturm auf dem Willrother Berg errichten.
Von 1899 an verloren die Eisenerz-Fuhrleute ihren traditionellen Broterwerb. Krupp hatte von der Grube Georg aus eine Drahtseilbahn bis zur Grube Louise errichten lassen.
Von dort aus wurde das Röstgut beider Gruben auf einer Schmalspurbahn zum Bahnhof Seifen weitertransportiert, ab 1912 nach dem Bau der Bahnlinie Linz - Seifen zum Bahnhof Oberlahr.

1906 erhielt Georg eine erste Kompressoranlage, die den mühsamen Umgang mit dem Handbohrmeißel überflüssig werden ließ. Mit der Elektrifizierung (1925) von Willroth trieb eine Elektromotor die Fördermaschine an, auch erhielt die Grube ihre erste elektromagnetische Aufbereitung.
1926 verkaufte Krupp die Grube Georg an die "Sieg-Lahn-Bergbaugesellschaft mbH". Sie nahm 1927 und 1928 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vor, so z.B. die Errichtung des 38m hohen Förderturmes (Schacht I).

Mit der Stilllegung der Grube Friedrich-Wilhelm um die Jahrhundertwende und der Grube Louise im März 1930 war Georg nun zur Haupterwerbsquelle der Bevölkerung im hiesigen Raum geworden.

Vor dem zweiten Weltkrieg und während der Kriegsjahre kam der Grube aus kriegtechnischen Gründen eine große Bedeutung zu. Am 24. März 1945 versuchten deutsche Pioniere, den Förderturm zu sprengen. Schon im Herbst des gleichen Jahres konnte er durch die Eigeninitiative Einheimischer wieder aufgerichtet werden.
Nach weitern umfangreichen Vorarbeiten nahm man im Herbst 1946 die Förderung wieder auf. Die Zerstörung der Bahnlinie Linz - Seifen machte es nötig, das Röstgut mit Lastkraftwagen zum Bahnhof Dierdorf zu transportieren, wie dies zuvor schon von 1932 an zum Bahnhof Oberlahr geschehen war.

Vielversprechende Untersuchungen führten dazu, daß 1953 die "Siegerländer Erzbergbau AG" den Ausbau der Schachtanlagen vornahm, der 1954 mit einem neuen Förderschacht (Schacht II), einer neuen Aufbereitung, einer modernen Anlage von Hochleistungsröstöfen und einer elektromagnetischen Röstaufbereitung endete. 1964 wurden die höchsten Förderzahlen bei einer Belegschaft von 370 Mann mit 740 Tagestonnen bei einer Endteufe von 850m erreicht.

Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt, nicht der Mangel an Erz, führten zu der Entscheidung, die Grube Georg am 30. März 1965 als letzte der Siegerländer Eisenerzgruben stillzulegen und so der langen Willrother Bergbautradition ein Ende zu setzen.

Von dieser Tradition zeugt heute noch das weithin sichtbare 56 Meter hohe Wahrzeichen des Förderturmes des Schachtes II. Der seit 1988 als Industriedenkmal eingetragene Förderturm wurde in den Jahren 1994/95 komplett saniert und ist nun an jedem dritten Samstag im Monat zur Besichtigung freigegeben.

Ortsnamen im Laufe der Geschichte:

  • Werrent
  • Willrod
  • Willerode
  • Willroth
  • Wernt
  • Wernd (derzeitiger Dialekt)

 

Deutung:

  • werre (althochdeutsch) : Wehr, Grenze, demnach: Willroth = Dorf an der Grenze
  • einer der vielen “roth”-Orte demnach: Willroth entstanden in einer mittelalterlichen Rodungsphase

 

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